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Dieser Herausforderung - stellt sich - die EDP!

Folglich ist es unsere Pflicht, den europäischen Traum mit unseren Mitbürgern und Mitbürgerinnen zu teilen, uns für Respekt und Würde einzusetzen und gleichzeitig den Erhalt von Rechtsstaat, Gleichheit, Freiheit, Solidarität und Verantwortung zu sichern.

Es ist an der Zeit, dass Demokraten die Führung übernehmen und die Europäische Union auf einen neuen, nachhaltigen Kurs bringen.

Audiovisuelle Produktion, eine Frage europäischer Ambitionen

TV production
shutterstock

Während US-amerikanische Video-on-Demand (SVOD)-Plattformen durch die Auswirkungen der Pandemie ihre Gewinne verzehnfachen, durchleben europäische Kulturbereiche, darunter die audiovisuelle Produktion, eine furchtbare Krise. Produktionen laufen auf Sparflamme, und Kinos sind für eine unbestimmte Zeit verwaist. Vor diesem Hintergrund müssen wir handeln. Und zwar nicht nur, um den Zusammenbruch dieser Branche entgegenzuwirken, sondern um sie in einer neuen Weltordnung für Kino und Spielfilme unverzichtbar zu machen.

Wir haben eine Waffe für die audiovisuelle Produktion: die Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste, über die das Europäische Parlament 2019 abgestimmt hat. Dieser Text, der von den Mitgliedsstaaten vor Ende September 2020 umgesetzt werden musste, unterliegt ebenfalls den Auswirkungen von Covid19. In Frankreich muss er in Form einer Ordonnance (einer Verordnung, die vom Ministerrat in einem Rechtsbereich herausgegeben wird, der normalerweise der primären Gesetzgebung, das vom französischen Parlament beschlossen wird) verabschiedet werden, damit er gleich zu Jahresanfang 2021wirksam in Kraft tritt.

Dieser Text sieht eine Mindestquote von 30 % an europäischen Produktionen in den Katalogen der Plattformen und vor allem für die Mitgliedsstaaten die Möglichkeit vor, zu verlangen, dass SVOD-Ausstrahlungen in ihrem Territorium in lokale Produktionen investieren. Die ersten vorgelegten Zahlen bewegen sich in der Größenordnung von 25 % des Umsatzes des Senders in Frankreich, ein erheblicher, aber noch nicht erreichter Prozentsatz.

Es ist ein warmer Geldregen, aber man muss diesen immer noch bereitstellen können. Und daher ist es notwendig, so schnell wie möglich alle aktiven Kräfte, also die Urheber, Drehbuchautoren, Regisseure, Produzenten, zusammenzubringen und für die Finanzierung zu sorgen, und die Produktion wiederaufzunehmen, um die auftreibbaren Geldmittel zu nutzen.

Eine weitere Herausforderung ist: Britische Produktionen sind derzeit noch in den Quoten enthalten. Was würde passieren, wenn kein Brexit-Abkommen erreicht wird? Britische Produktionen stellen bei den europäischen Produktionen die Mehrheit und wenn ihre Anzahl und Qualität bewährt sind, kann die Tür für die Briten nicht ohne Regeln offenbleiben, selbst wenn sie überwiegend mit den USA Koproduktionen vornehmen.

Für Europa ist dies ein Grund, seine kreative Film- und Spielfilmindustrie aufzurüsten. Wir sind der Kontinent, der das Kino erfunden hat, wir haben ein Erbe einzigartiger Studios und Naturdrehorte, und wir haben die prestigeträchtigsten Filmfestivals. Und wir haben wichtige Filmhochschulen in ganz Europa, und damit auch anerkannte Fachleute.

Es ist alles da, uns fehlen nur die Vision und die Abstimmung auf europäischer Ebene. Zugegeben, das ist eine Frage der nationalen Zuständigkeit, aber sind sich die 27 Mitgliedsstaaten ihrer Macht in diesem Bereich wirklich bewusst? Bis heute findet in dem ehrgeizigen europäischen Konjunkturprogramm die Kultur keinerlei Erwähnung. Die EU-Abgeordneten haben dies wahrgenommen und mit erheblicher Mehrheit für einen Entschluss zur Wiederbelebung der Kultur gestimmt, der eine Budgetverankerung in den nationalen Programmen, die Umsetzung von Texten zum Schutz des Urheberrechts und den Schutz der kreativen Werke fordert.

Die Entschließungen des Europäischen Parlamentes bleiben aber Empfehlungen und es wird notwendig sein, dafür zu sorgen, dass die Kommission und die Mitgliedsstaaten diese verfolgen. Bis heute haben Deutschland, Italien und Frankreich Konjunkturprogramme für die Kultur auf den Weg gebracht und Frankreich hat bemerkenswerte 2 % seines nationalen Programmes dafür vorgesehen.

Doch während Geld viel bewirkt, ist es nicht alles. Die Frage nach dem gemeinsamen Projekt in der EU der 27 bleibt. Es gibt keine Mangel an Arbeitsfeldern: Ein umfangreiches Programm an Koproduktionen, das den Katalog europäischer Werke vorantreiben könnte und sie wieder in die Kinos bringen könnte, Investitionen in künstlerische, technische und vor allem digitale Kenntnisse kontinentweit, soziale Harmonisierung in dieser Branche, in der zu viel Unsicherheit der selbstbewussten Behauptung einer Branche entgegensteht. Dies sind die ersten Ansätze, die ernsthaft in Betracht gezogen werden müssen. Unser kultureller Einfluss steht auf dem Spiel, aber auch die Behauptung unserer Interessen angesichts der digitalen Giganten.