Registrieren sie sich für unseren newsletter Unser aktueller Newsletter

EDP MEPS erzählen uns, warum sie sich entscheiden haben, für Europa zu kämpfen.

Sprachen, Kulturen, regionale Unterschiede und lokale Initiativen müssen gepflegt werden, denn sie sind der größte Trumpf Europas.

EU-Strategie „Farm-to-Fork“: Nachhaltige Entwicklung braucht eine wirtschaftliche Perspektive

Ulrike_Mueller

Am vergangenen Montag hat das Europäische Parlament den Bericht der beiden Ausschüsse für Landwirtschaft (AGRI) und Umwelt (ENVI) zur Farm to Fork-Strategie verabschiedet. Unsere geschäftsführende Vizepräsidentin Ulrike Müller führte als Schattenberichterstatterin der Renew Europe Gruppe im AGRI gemeinsam mit ihrem dänischen Fraktionskollegen Asger Christensen (ENVI) die Verhandlungen zu dieser für die europäische Landwirtschaft richtungsweisenden Strategie geführt.

Landwirte sind Teil der Lösung, nicht die Ursache eines Problems

Die deutsche Europaabgeordnete Ulrike Müller sieht die Farm to Fork-Strategie und die anschließende Befassung des Europäischen Parlaments als einen ersten Schritt in die richtige Richtung: "Ich bin sehr zufrieden, dass die Strategie Landwirte als Teil der Lösung und nicht als Verursacher von Problemen betrachtet. Landwirte wollen ihren Teil dazu beitragen, dass Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion nachhaltiger werden. Sie stehen allerdings vor immer komplexeren und oft inkohärenten Auflagen sowie Umwelt- und Klimazielen. Deshalb brauchen sie einen verlässlichen und widerspruchsfreien Rahmen, den wir mit der Farm-to-Fork Strategie entwickeln wollen."

Nachhaltigkeit muss sich lohnen

Ulrike Müller konnte ihre Kernthemen in den langwierigen Verhandlungen erfolgreich einbringen. Für sie war es wichtig, dass die Strategie eine klare Rentabilitätsperspektive enthält: "Nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken müssen sich in der Breite als Geschäftsmodell lohnen. Das ist kein Selbstläufer, sondern eine Herausforderung an Politik, Wirtschaft und Verbraucher. Es geht  hier um die Kommerzialisierung nachhaltiger Praktiken", sagt Ulrike Müller. Entscheidend sei aber auch, dass umwelt- und klimapolitische Zielsetzungen fachlich fundiert und realistisch erreichbar seien: "Ziele zur Verringerung des landwirtschaftlichen Inputs müssen vor ihrer Verabschiedung daraufhin geprüft werden, ob die Landwirte die Mittel dazu haben und welche Auswirkungen sie auf den Agrarmarkt haben werden. "Ohne eine belastbare Prüfung verlieren wir die Landwirte", sagte sie.

Ulrike Müller konnte darüber hinaus das Verständnis in die Strategie einbringen, dass Nachhaltigkeit kein geschlossenes Konzept ist, sondern vielschichtig und multidimensional ist und dass Zielkonflikte gelöst werden müssen. Diese Dimensionen müssen interaktiv gehandhabt und in einem breiten gesellschaftlichen Dialog verhandelt werden. Laut Ulrike Müller funktioniert das nur, wenn die Politik alle Interessengruppen in die Entscheidungsprozesse einbezieht.